|
Beschreibung: Es gibt in Deutschland nicht viele islamische Bestattungsinstitute, die die Regeln des Islam strikt einhalten. Das macht Herrn Karada zu einem gefragten Mann. Er ist selbst frommer Muslim und auch wenn sein Terminkalender überfüllt ist: Die Zeit zum Beten nimmt er sich - auch unterwegs. Seinen Gebetsteppich hat er immer dabei. Abdul Hadi Karada ist als Kind nach Deutschland gekommen. Sein Vater hatte einen Job als Bauarbeiter. Ihm verdankt er vieles, denn er weiß: Wäre er damals in Marokko geblieben, würden er, seine Frau und ihre fünf Kinder heute kein so gutes Leben führen. Seit 1999 betreibt er sein Bestattungsunternehmen in Frankfurt Höchst, doch seine Kunden rufen aus ganz Deutschland an. Mit seinem Dienstwagen fährt er weite Strecken, um verstorbene Muslime in sein Bestattungsinstitut zu holen. Hier führt er die rituelle Waschung durch und bereitet die Beerdigung vor. Dazu gehört auch eine Menge Papierkram. Erst muss er den Leichenpass eines Verstorbenen vom Ordnungsamt ausstellen lassen. Das ist oft nicht einfach, denn dazu braucht man die Geburtsurkunde. Diese liegt meistens nur in dem Heimatland des Verstorbenen vor. Heute einigt man sich darauf, dass Herr Karada die Urkunde persönlich abholen und nachreichen wird, denn die Zeit drängt. Nach islamischen Brauch sollte ein Toter innerhalb von 24 Stunden beerdigt werden. Doch erst geht es weiter zum Standesamt. Hier erhält er die Ausfuhrpapiere, denn 90 Prozent der in Deutschland verstorbenen Muslime möchten in ihrem Heimatland beerdigt werden. Das ist oft preiswerter und außerdem kann der Verstorbene dort ohne Probleme nach muslimischen Regeln bestattet werden. Denn diese sind mit dem deutschen Bestattungsrecht nicht in allen Punkten vereinbar.
|